Weder Chlor noch Filter, diese Wassertemperatur birgt Legionellengefahr

7. März 2026

Die Wassertemperatur in Haushalten kann ein oft übersehenes Gesundheitsrisiko darstellen, insbesondere wenn es um Legionellen geht. Diese Bakterien, die unter bestimmten Bedingungen gefährliche Krankheiten auslösen können, fühlen sich bei Temperaturen zwischen 25 und 45 Grad Celsius besonders wohl. In Deutschland wurden im Jahr 2024 über 2.200 Fälle von Legionellose gemeldet, was zeigt, wie wichtig die richtige Handhabung des Wassers ist. Obwohl Chlor und Filter oft als Schutzmaßnahmen in Betracht gezogen werden, sind sie kein Allheilmittel. Die geeignete Wassertemperatur und regelmäßige Wartung der Anlagen sind entscheidend, um die Vermehrung der Legionellen zu verhindern und die Gesundheit zu schützen.

Die Symptome einer Infektion mit Legionellen reichen von grippeähnlichen Beschwerden bis hin zu schweren Lungenentzündungen. Besonders gefährdet sind Menschen mit geschwächtem Immunsystem, ältere Personen sowie Raucher. Die Gefahrenquelle liegt oft im eigenen Zuhause, wenn die Wassertemperatur über längere Zeit zu niedrig eingestellt ist. Um die Wasserqualität zu sichern, sollten die Temperaturvorgaben beim Warmwasserspeicher überprüft und eingehalten werden.

Warum die richtige Temperatur entscheidend ist

Legionellen gedeihen vor allem in warmem Wasser, was bedeutet, dass eine falsche Temperatureinstellung in Warmwasserleitungen die Bakterienvermehrung begünstigt. Eine Wassertemperatur von mindestens 60 Grad Celsius sollte angestrebt werden, um Legionellen abzutöten. Zu niedrige Temperaturen schaffen ein ideales Umfeld für diese gefährlichen Bakterien. Auch wenn Sparmaßnahmen aufgrund steigender Heizkosten verlockend sind, sollte die Gesundheit an erster Stelle stehen.

Praktische Tipps zur Vermeidung von Legionellen

Um das Risiko eines Legionellenbefalls zu minimieren, können folgende Maßnahmen ergriffen werden:

  • Die Temperatur des Warmwasserspeichers auf mindestens 60 Grad Celsius einstellen.
  • Vor der Benutzung länger nicht genutzte Wasserhähne durchspülen, bis frisches Wasser kommt.
  • Regelmäßige Wartung der Wasserleitungen, um Ablagerungen und Biofilme zu reduzieren.
  • Achten Sie darauf, dass auch Kaltwasserleitungen gut isoliert sind, besonders bei warmen Außentemperaturen.

Die Rolle der Wasserqualität

Die Wasserqualität spielt eine zentrale Rolle im Kampf gegen Legionellen. Ein effektives Wassersystem sollte regelmäßig gewartet und geprüft werden. In Deutschland sind Eigentümer, die mehrere Mietwohnungen haben, gesetzlich verpflichtet, das Wasser alle drei Jahre auf Legionellen testen zu lassen. Örtliche Wasserwerke führen ebenfalls regelmäßige Kontrollen durch, um sicherzustellen, dass die Wasserqualität den gesetzlichen Vorgaben entspricht und gesundheitsgefährdende Bakterien verhindert werden.

Gesundheitsrisiken und Symptome

Die durch Legionellen verursachten Krankheiten sind ernst zu nehmen. Die Legionärskrankheit kann zu schweren Atemwegserkrankungen führen und erfordert häufig eine stationäre Behandlung. Zu den häufigsten Symptomen gehören:

  • Hohes Fieber (über 40 Grad)
  • Starker Husten
  • Brustschmerzen und Atemnot

Das milde Pontiac-Fieber ist ebenfalls eine mögliche Erkrankung, die oft mit grippeähnlichen Symptomen beginnt und in der Regel selbstheilt. Jedoch ist eine rechtzeitige Diagnostik entscheidend, um schwerwiegendere Verläufe zu vermeiden.